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Brabbler: Messenger für Behörden

Brabbler: Messenger für Behörden

Helen Duran

Helen Duran

Als Redakteurin ist die Wirtschaftsgeografin Helen Duran seit 2015 für Euch in der hiesigen Gründerszene unterwegs. Sie ist neugierig auf Eure spannenden Startup-Geschichten!

22. August 2019

3 Min. Lesezeit

Die Münchner Verwaltung testet mit Hilfe des Münchner Startups Brabbler einen Messenger-Dienst. Was daran so außergewöhnlich ist? Für viele Behörden sind Messenger wie Whatsapp auf den Dienst-Handys tabu. Insbesondere die Auflagen zum Thema Datenschutz verbieten das Nutzen solcher Dienste. Generell ist es für Startups oft schwierig, Kommunen als Kunden zu gewinnen. Wie es doch klappen kann — ein Erfolgsbeispiel.

Für viele Startups sind Kommunen ein spannender Kunde. Allerdings ist es für Jungunternehmen oftmals schwierig, mit Behörden zusammenzuarbeiten. Beim Münchner Startup Brabbler hat es geklappt. Das Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) will den Messenger großräumig einsetzen. Ein erster Testlauf lief erfolgreich bei der Landtagswahl 2018.

Ein Pilotprojekt war der erste Schritt beim Messenger für Behörden

Damals hieß das Kommunikationstool noch SIMSme und gehörte der Deutschen Post, die es auch entwickelt hatte. Mit Sicherheit war es ein Vorteil, dass für die Pilotphase der Dienstleistung ein Konzern hinter dem Angebot stand. Ebenfalls hilfreich war, dass andere Referenzen aus dem öffentlichen Sektor vorlagen. So hatten beispielsweise die Stadt Siegburg sowie der bayerische Landkreistag mit dem Messenger gearbeitet.

Im März 2019 übernahm Brabbler dann das Tool und benannte es in Ginlo um. Nun läuft der Messenger über die DSGVO-konforme Kommunikationsplattform des Münchner Startups. Ein weiterer erfolgreich bestandender Test war die Europawahl im Mai. Dabei nutzten die Wahlhelfer den sicheren Messenger, um sich zu koordinieren und auzutauschen.

Eric Dolatre Brabbler
Eric Dolatre, CEO von Brabbler

Eric Dolatre, CEO und Mitgründer von Brabbler, sagt:

„Wir freuen uns sehr über das Vertrauen, das uns die Landeshauptstadt entgegenbringt. Hier zeigt sich, wie sich innovative Projekte in der öffentlichen Verwaltung gewinnbringend umsetzen lassen.“

Hilfreich: Gemeinsam mit dem Kunden Anwendungen erarbeiten

Worauf man bei der Zusammenarbeit achten sollte? Dolatre erklärt weiter:

„Das funktioniert am Besten, wenn man die Anwendungsmöglichkeiten mit dem Kunden gemeinsam erarbeitet, anschließend mehrstufig testet um dann nötige Anpassungen an Tools und Prozessen vorzunehmen.“

Ebenfalls gute Erfahrungen mit einem Smartphone-Messenger macht der Kommunale Außendienst (KAD) des KVR, wie der städtische IT-Blog ‚München Digital Erleben‘ berichtet.

 Günter Huber, Leiter des KAD, erklärt:

„Die schriftliche Kommunikation ist wegen ihrer Klarheit ausgesprochen hilfreich. Da es dabei auch um Namen und andere personenbezogene Daten geht, ist ein hohes Maß an Informationssicherheit natürlich unverzichtbar.“

Erweitern wird das Anwendungsgebiet nun die Verkehrsüberwachung. Spätestens Ende 2019 soll der gesamte Außendienst der kommunalen Verkehrsüberwachung den Smartphone-Messenger nutzen.

Weitere Möglichkeiten, um mit der Stadt München zusammenzuarbeiten

Allerdings: Eine Strategie für den stadtweiten Einsatz des Messengers gibt es bislang nicht. Denn die Anforderungen und Systeme in den Referaten sind zu unterschiedlich. Auch das erschwert es für ein Startup oftmals, mit der Verwaltung zusammenzuarbeiten. Bei Brabbler hat es mit Ginlo jedoch geklappt. Ein weiteres Erfolgsbeispiel ist beispielsweise das Münchner IoT-Startup Hawa Dawa, das mit Smarter Together einen erfolgreichen Piloter für die Stadt München duchgeführt hat. Und auch Wettbewerbe wie der aktuelle Open-Call Apps4Muc oder der Innovationswettbewerb des Referats für Arbeit und Wirtschaft zeigen, dass sich in der Stadt etwas bewegt.

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