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Die Höhle der Löwen: Münchner Startups verlassen TV-Show ohne Investment

Die Höhle der Löwen: Münchner Startups verlassen TV-Show ohne Investment

Simon Tischer

Simon Tischer

Von Dezember 2015 bis Juni 2023 war Simon Tischer als Redakteur für Munich Startup tätig.

1. September 2020

3 Min. Lesezeit

Gestern Abend lief die neue Staffel der TV-Show ‚Die Höhle der Löwen‘ an. In der mittlerweile achten Staffel der Vox-Sendung übernimmt Formel-1-Weltmeister und Investor Nico Rosberg den Platz von Frank Thelen.

Yumbau aus Sauerlach im Münchner Süden produziert tiefgekühlte Dim Sum. Die Gründer Hongmei „Ivy“ Zhang und Kevin Brück haben sich an der TU München kennengelernt. Die gebürtige Chinesin Zhang hat mit ihren selbstgemachten Teigtaschen ihren späteren Mitgründer begeistert. Dieser sagt in der Sendung:

„Das Problem: Ihre frisch gemachten Dim Sums bestehen aus rein natürlichen Zutaten. Aber länger haltbare Dim Sums für den Handel zu produzieren, ohne künstliche Zusätze, hat bisher noch niemand geschafft.“

Mit Unterstützung von der TU München und dem Fraunhofer Institut haben Zhang und Brück drei Jahre lang mit verschiedenen Temperaturen, Zerkleinerungs- und Vermischungstechniken sowie verschiedenen Reihenfolgen experimentiert und schließlich eine eigene Maschine entwickelt, um die Teigtaschen zu produzieren.

„Die Mission: Dim Sum als natürliche Convience-Food-Produkte ohne künstliche Zusatzstoffe und ohne zusätzlichen Zucker zu produzieren“,

so Brück. Um die Produktionskapazitäten und den Vertrieb auszubauen, benötigen die Münchner 300.000 Euro und bieten den TV-Investoren 15 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Hongmei „Ivy“ Zhang und Kevin Brück von Yumbau (Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer)

Alle fünf Löwen – neben Rosberg waren dies bei der Aufzeichnung Judith Williams, Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel und Dagmar Wöhrl – zeigten sich vom Geschmack der Dim Sum begeistert. Am Ende gab dennoch kein Investor ein Angebot ab. Insbesondere der umkämpfte Markt für Tiefkühlkost schreckte die Geldgeber ab.

Auch Chargex erhält in der TV-Show kein Angebot

Chargex stellte sich mit seinem smarten Verteilersystem für Elektroauto-Ladepunkte den Investoren. Die beiden Mitgründer Tobias Wagner und Michael Masnitza stellten die „intelligente Mehrfachsteckdose für Ladestationen“, wie sie ihr Produkt Aqueduct in der TV-Show nennen, den Investoren Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Nico Rosberg, Ralf Dümmel und Dagmar Wöhrl vor. Tobias Wagner sagt:

„Mal hier und dort eine Ladestation aufzubauen, wird nicht funktionieren, wenn wir alle zum Großteil in Zukunft elektrisch unterwegs sein werden. Wir müssen daher Möglichkeiten schaffen, um einfach und vor allem nebenbei die Fahrzeuge aufzuladen.“

Für ein Investment von 1.000.000 Euro bietet das Startup 16,7 Prozent der Anteile. Zunächst gibt es viel Lob von den Investoren für das Thema und die Herangehensweise der Münchner. Nico Rosberg sagt in der Sendung:

„Ich bin erst einmal beeindruckt von euch, wie ihr dieses Problem angeht. Wir wissen, wie problematisch das ist mit der Infrastruktur da draußen, in Deutschland und weltweit. (…) Das ist so viel wert, so eine Lösung.“

Dennoch gibt Rosberg kein Angebot ab. Insbesondere das noch nicht abgeschlossene Patentverfahren und die damit verbundene Unsicherheit der Unternehmensbewertung stehen einem Investment im Wege, so Rosberg:

„Aber es ist zu früh. Das Patent steht noch nicht einmal und fast der ganze Wert ist im Patent drinnen. Ich würde das so gerne mit euch machen und euch unterstützen. (…) Aber es geht nicht, bei der Summe reinzugehen mit den Unsicherheiten. Tut mir sehr sehr leid. Daher bin ich raus.“

In die gleiche Kerbe schlägt Carsten Maschmeyer:

„Es ist noch zu viel offen, das Patent ist nicht da.“

Auch Maschmeyer gibt deshalb kein Angebot ab und auch das zweite Münchner Startup verlässt an diesem Abend die Löwenhöhle ohne Investment.

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