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Elektrifizierung dank Delta Charge: Bei Weihenstephan braut sich was zusammen

Elektrifizierung dank Delta Charge: Bei Weihenstephan braut sich was zusammen

Bernd Heppel

Bernd Heppel

Bernd Heppel ist Online- und Multimedia-Redakteur bei Munich Startup. Er verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in digitalem Journalismus, Social Media, Content-Produktion und PR– unter anderem beim Burda Verlag und bei der Bavaria Fiction.

19. Juni 2026

3 Min. Lesezeit

Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan ist die älteste Brauerei der Welt. Es gibt sie bereits seit dem Jahr 1040. Doch auch wenn sie noch so alt ist, sind die betrieblichen Vorgänge hochmodern. Und in Zukunft sogar noch ein Stück weit mehr, denn die Brauerei hat mit dem Münchner Startup Delta Charge, einem Unternehmen für Ladeinfrastruktur und Batteriespeicherlösungen für Elektro-Lkws, ein vollständig elektrifiziertes Lade- und Energiedepot am Logistikzentrum der Brauerei eingeweiht – maßgeschneidert für die wachsende Elektro-Lkw-Flotte der Staatsbrauerei.

Bei dem Depot werden nicht nur einzelne E-Lkw geladen, sondern der industrielle Logistikstandort ist als integriertes Energiesystem gedacht. Ein großer und wichtiger Schritt für das Münchner und bayerische Ökosystem. Delta Charge zeigt damit, wie Ladeinfrastruktur, Batteriespeicher und KI-gestütztes Energiemanagement für gewerbliche Flotten wirtschaftlich zusammenspielen können.

Und überhaupt ist das für das Münchner Ökosystem ein großer und wichtiger Schritt, denn mit der Zusammenarbeit verbünden sich gleich zwei Unternehmen aus der bayerischen Hauptstadt: Die Staatsbrauerei Weihenstephan sitzt in Freising. Delta Charge ist ein deutsch-schwedisches Startup, das Lade- und Speicherlösungen für elektrische Nutz- und Schwerlastfahrzeuge entwickelt. Erst im November 2025 sammelte das Climatetech-Unternehmen eine Finanzierung von 3,7 Millionen Euro für den Ausbau des E-Lkw-Ladenetzwerks ein.

150-kW-Schnelllader und 380-kWp-PV-Anlage für E-Lkw-Logistik

Das Logistikzentrum wurde als vollständig integrierte Energielösung konzipiert. Zwei deckenmontierte 150-kW-Schnellladestationen werden von einem modularen Batteriespeichersystem gespeist. Beginnend mit einer Kapazität von 125 kW/257 kWh und erweiterbar auf 375 kW/771 kWh – entsprechend dem Wachstum der elektrischen Flotte – bindet der Batteriespeicher die bestehende 380-kWp-PV-Anlage des Standorts nahtlos ein.

Das Herzstück des Projekts bildet das eigens entwickelte, KI-gestützte Energiemanagementsystem von Delta Charge, das das Zusammenspiel von Solarenergie, Batteriespeicher und Ladevorgängen kontinuierlich optimiert, um die Netzabhängigkeit zu minimieren und Stromkosten zu senken. Das Ergebnis ist ein System, das elektrische Lkw nicht nur betrieblich ermöglicht, sondern über die gesamte Lebensdauer günstiger als ihre Diesel-Pendants macht.

KI-Energiemanagement soll Dieselkosten unterbieten

Laut Weihenstephan und Delta Charge soll das System elektrische Lkw über die gesamte Lebensdauer günstiger machen als Diesel-Pendants. Entscheidend dafür ist nicht nur der Fahrzeugwechsel, sondern die Kombination aus eigenem Solarstrom, Batteriespeicher, Lastmanagement und planbaren Ladeprozessen.

„Die Elektrifizierung unserer Flotte ist ein natürlicher Ausdruck dieser Verantwortung und ein konkreter Schritt auf unserem Weg zur vollständigen Dekarbonisierung“,

sagt Josef Schrädler, Direktor der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan.

Delta Charge will Lade- und Speicherhubs europaweit skalieren

Delta Charge plant bis 2030 Investitionen von mehr als 300 Millionen Euro in Energie- und Ladeinfrastruktur und will jährlich 1,8 Terawattstunden saubere Energie bereitstellen. Das Weihenstephan-Projekt dient als Referenz für Logistik- und Industriestandorte, die E-Lkw-Flotten ohne teuren Netzausbau betreiben wollen.

Johannes Kirnberger, Geschäftsführer von Delta Charge:

„Unser Konzept funktioniert sowohl technisch als auch wirtschaftlich, und wir sind bereit, es europaweit in Logistik und Industrie zu etablieren“

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