Diese Münchner Startups sind reif für ein Investment
Maximilian Feigl
Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.
Bei der Bewertung, welches Startup reif für ein Investment ist, orientieren wir uns am „Dealroom Signal“ der Munich Startup Insights. Dieses bewertet die Unternehmen anhand von vier Kategorien: „Timing“ gibt an, wie viel Zeit seit der letzten Finanzierungsrunde vergangen ist; „Growth Rate“ bezieht sich auf die Wachstumsrate des Startups; „Founding Team“ betrachtet die GründerInnen und welche Erfolge sie bereits feiern konnten; und „Completeness“ schließlich bezieht sich auf die Datenlage des Startups innerhalb der Insights. Startups können in allen vier Kategorien eine Punktzahl von maximal 100 erreichen, ebenso in der Gesamtwertung. (Bild: Rawpixel / Freepik)Apaleo will es jedem Hotel ermöglichen, sein ideales Gästeerlebnis und eine optimale Mitarbeitererfahrung individuell zu verwirklichen. Hierzu hat das Münchner Startup eine offene, API-basierte Cloud-Plattform entwickelt, mit der sich Hotels und ‚Serviced Apartments‘ einen individuellen Technologie-Stack zusammenzustellen können. Dabei werden das Property-Management und Zahlungssystem der Münchner durch die Integration von Drittanbieter-Applikationen und Inhouse-Lösungen ergänzt. Im Frühjahr 2021 schloss Apaleo seine Series-A-Finanzierung mit 4,5 Millionen Euro ab, zwei Jahre später erweiterte das Startup die Runde auf 9 Millionen Euro. Das Dealroom Signal des Startups erreicht 77 Zähler und signalisiert somit, dass es bald Zeit für das nächste Investment wäre. (Bild: Rodrigo Salomón Cañas / Pixabay)Twaice bietet eine prädiktive Analytiksoftware, die Erkenntnisse über die Alterung von Batterien liefert und so erlaubt, Vorhersagen über die künftige Leistung der Batterie zu treffen. Sie soll die Transparenz und Vorhersagbarkeit von Batterie-Leistung und ‑Lebensdauer verbessern. 2018 von Stephan Rohr und Michael Baumann gegründet, wurde das Startup von Beginn an von namhaften Investoren unterstützt. Mittlerweile hat Twaice in mehreren Finanzierungsrunden über 60 Millionen Euro eingesammelt, Büros in Chicago und Paris und weltweit Kunden aus der Industrie. 2023 eröffnete das Jungunternehmen mit Vispiron, einem Automobil-Zulieferer, ein Batterie-Labor in München. Für die weitere Expansion wären nun frische Finanzmittel recht, denn die letzte Finanzierung liegt nun zwei Jahre zurück. Das Dealroom Signal gibt 73 Punkte. (Bild: Twaice)Selten weckt ein Startup soviel Begeisterung bei Investoren wie es Fernride in den letzten Jahren geschafft hat. Die Münchner entwickeln skalierbare Automatisierungslösungen für LKW in der Hof- und Hafenlogistik. Dabei setzt das Startup auf den sogenannten ‘human-assisted autonomy’-Ansatz, der die Fernübernahme von autonomen, elektrischen LKW ermöglicht. 2021 sicherte sich Fernride 7,1 Millionen Euro, 2022 gab es ein nicht beziffertes Investment durch DB Schenker und 2023 folgten kurz aufeinander zunächst 28,7 Millionen Euro und später weitere 18,3 Millionen Euro. Ein weiteres Investment in diesem Jahr könnte also durchaus möglich sein. In der Gesamtwertung im Dealroom Signal kommt das Startup damit auf 72 Zähler, im Segment „Timing“ allerdings nur auf 28 Punkte. (Bild: Fernride)Tubulis entwickelt sogenannte Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC), mit denen Tumore angegriffen werden sollen. Diese Verbindungen ermöglichen eine zielgerichtete Abgabe von Substanzen an das von einer Krankheit betroffene Gewebe. Im Fall von Krebs ermöglicht dies etwa eine gezielte Abgabe von zum Beispiel Chemotherapeutika an Krebszellen, ohne größere Mengen toxischer Substanzen an gesundes Gewebe abzugeben. Das 2019 als Spin-off des Leibniz-Forschungsinstitut Berlin (FMP) und der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) gegründete Unternehmen konzentriert sich darauf, diese ADCs zu stabilisieren, um ihre Einsatzmöglichkeiten auszuweiten. Im Mai 2022 konnte Tubulis in seiner Series-B weitere 60 Millionen Euro einsammeln und seine Gesamtfinanzierung so auf rund 72 Millionen Euro erhöhen. Das Dealroom Signal erreicht 71 Punkte, allerdings mit vollen 100 Zählern im Bereich „Timing“. (Bild: Carolin Bleese)Parcellab: Das Münchner Startup Parcellab optimiert die Kommunikation zwischen KundInnen und Onlinehandel. Das 2014 gegründete Unternehmen ist in den letzten Jahren stark gewachsen, denn viele Shops sehen, dass sie mit Hilfe des verbesserten Kauferlebnisses mehr Umsatz machen. Das letzte Investment ist für das Unternehmen allerdings etwas länger her: Im Frühjahr 2021 sicherte sich Parcellab eine Series-C-Finanzierung in Höhe von 90,6 Millionen Euro. Das Dealroom Signal liegt bei 71 Punkten, auch hier mit 88 Zählern im Segment „Timing“. (Foto: Parcellab)
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