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„German Venture & Growth Playbook“ soll jährlich 15 Milliarden Euro für Startups mobilisieren

„German Venture & Growth Playbook“ soll jährlich 15 Milliarden Euro für Startups mobilisieren

Bernd Heppel

Bernd Heppel

Bernd Heppel ist Online- und Multimedia-Redakteur bei Munich Startup. Er verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in digitalem Journalismus, Social Media, Content-Produktion und PR– unter anderem beim Burda Verlag und bei der Bavaria Fiction.

15. Juni 2026

3 Min. Lesezeit

Erstmals tritt ein breites Bündnis aus 24 Venture- und Growth-Investoren mit einer gemeinsamen Botschaft an Versicherungen, Pensionskassen, Versorgungswerke und Stiftungen heran. Ziel ist es, mehr institutionelles Kapital für innovative Technologieunternehmen in Deutschland zu aktivieren und damit eine der größten Finanzierungslücken des hiesigen Startup-Ökosystems zu schließen.

Zu den beteiligten Fonds zählen unter anderem HV Capital, Earlybird, Lakestar, Project A, UVC Partners, Speedinvest, Cherry Ventures, Headline, HTGF und Vsquared Ventures. Das Forum versteht sich als Plattform für den Dialog zwischen institutionellen Investoren, Venture-Capital-ManagerInnen und politischen Entscheidungsträgern.

15 Milliarden Euro zusätzliches Wachstumskapital als Zielgröße

Im Zentrum der Initiative steht das „German Venture & Growth Playbook“. Das Dokument soll institutionellen Anlegern die Anlageklasse Venture Capital näherbringen. Auch soll es anhand von Daten die Rendite-Risiko-Profile sowie mögliche Einstiegsstrategien erläutern. Die InitiatorInnen argumentieren, dass sich mit einer stärkeren Beteiligung institutioneller Investoren jährlich rund 15 Milliarden Euro bestehendes Privatkapital für deutsche Wachstumsunternehmen aktivieren ließen.

Vorgestellt wurde die Initiative im Rahmen der Veranstaltung „Future at the Table“ während der SuperReturn-Konferenz in Berlin. Zu den Gästen gehörten unter anderem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie KfW-Chef Stefan Wintels.

Warum institutionelles Kapital für das Startup-Ökosystem entscheidend ist

Während deutsche Startups in der Frühphase zunehmend Zugang zu Kapital finden, bleibt die Finanzierung größerer Wachstumsrunden eine Herausforderung. Viele Unternehmen sind in späteren Phasen auf internationale Investoren angewiesen oder verlagern ihre Wachstumsaktivitäten ins Ausland. Gleichzeitig investieren deutsche Versicherungen und Pensionskassen bislang vergleichsweise wenig in Venture Capital.

Genau hier setzt das GVGF an. Das Forum will mögliche Vorbehalte gegenüber der Anlageklasse abbauen und Venture Capital als langfristigen Portfolio-Baustein etablieren. Das begleitende Playbook richtet sich an institutionelle Anleger und erläutert, wie Venture- und Growth-Kapital strategisch in bestehende Portfolios integriert werden können. Darüber hinaus beschäftigt es sich mit Fragen des Portfolioaufbaus und der Diversifikation, beleuchtet die Besonderheiten langfristiger Investmenthorizonte von bis zu zwölf Jahren und ordnet die aktuellen Marktbedingungen ein. Ergänzt wird dies durch Analysen zu Renditepotenzialen und Risiken, die institutionellen Investoren als Orientierung für den Einstieg in die Assetklasse dienen sollen.

Münchner InvestorInnen prägen die Initiative

Für das Münchner Startup-Ökosystem ist die Initiative besonders relevant. Mit HV Capital, UVC Partners, Lakestar, Speedinvest, Vsquared Ventures und dem High-Tech Gründerfonds sind mehrere der wichtigsten Kapitalgeber für bayerische Technologie-Startups beteiligt. München zählt seit Jahren zu den führenden Venture-Capital-Standorten Europas und könnte von einer stärkeren Aktivierung institutionellen Kapitals besonders profitieren.

Gerade Deeptech-, KI-, Climatetech- und Industrialtech-Startups benötigen häufig hohe Kapitalsummen über lange Entwicklungszyklen hinweg. Zusätzliche Mittel aus Versicherungen, Pensionskassen oder Stiftungen könnten dazu beitragen, mehr dieser Unternehmen bis zur internationalen Skalierung in Deutschland zu finanzieren.

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