Diese Münchner Startups sind reif für ein Investment
Maximilian Feigl
Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.
Bei der Bewertung, welches Startup reif für ein Investment ist, orientieren wir uns am „Dealroom Signal“ der Munich Startup Insights. Dieses bewertet die Unternehmen anhand von vier Kategorien: „Timing“ gibt an, wie viel Zeit seit der letzten Finanzierungsrunde vergangen ist; „Growth Rate“ bezieht sich auf die Wachstumsrate des Startups; „Founding Team“ betrachtet die GründerInnen und welche Erfolge sie bereits feiern konnten; und „Completeness“ schließlich bezieht sich auf die Datenlage des Startups innerhalb der Insights. Startups können in allen vier Kategorien eine Punktzahl von maximal 100 erreichen, ebenso in der Gesamtwertung. (Bild: Rawpixel / Freepik)Robco hat sich auf die Entwicklung von flexibel anpassbaren Roboter-Hardware-Kits für unterschiedliche Anwendungsfälle in der mittelständischen Fertigung spezialisiert – wie beispielsweise Maschinen be- und entladen oder palettieren. Das Münchner Startup will damit kleinen und mittleren Unternehmen aus der Fertigung den einfachen Betrieb automatisierter Roboter ermöglichen. Die Roboter werden mithilfe einer eigenen Cloud-Software-Plattform für den jeweiligen Einsatz konfiguriert und betrieben. Durch das Software-Kit der Münchner lassen sich Industrieroboter einfach und effizient programmieren. Damit sicherten sich die Gründer Roman Hölzl, Paul Maroldt und Constantin Dresel Anfang dieses Jahres eine Series-B-Finanzierung über 39 Millionen Euro. Das Timing für die nächste Runde ist damit noch nicht perfekt – das Dealroom Signal vergibt nur 38 Zähler – doch Gründerteam (91 Punkte) und Wachstumsrate (90 Punkte) überzeugen. Die Gesamtpunktzahl liegt bei 90. (Bild: Robco)Anders sieht es bei Avelios Medical aus: 100 Punkte im Segment Timing sind ein klares Signal, die Gesamtpunktzahl liegt bei 87. Das Startup der drei Gründer Sebastian Krammer, Christian Albrecht und Nicolas Jakob digitalisiert Arbeitsabläufe in Kliniken und ermöglicht eine datenbasierte Patientenversorgung. Hierzu hat das 2020 gegründete Startup eine modulare Softwareplattform entwickelt. Die einzelnen Module, etwa für die Ambulanz oder einzelne Stationen, digitalisieren die Arbeitsabläufe und ermöglichen eine digitale Dokumentation der Patientenversorgung. Das letzte Investment für Avelios Medical – eine Seed-Runde über 2 Millionen Euro – war bereits Ende 2021.Die Plattform Verafeye von Luma Vision verwendet einen proprietären Kathetersensor in Kombination mit fortschrittlicher Bildgebung, um hochauflösende 360-Grad-Bilder des schlagenden Herzens und der umgebenden Anatomie zu liefern. So haben ÄrztInnen Zugriff auf akkurate Daten des Herzens mit nahtloser Bildintegration und einem noch nie dagewesenen Blickfeld. Die Plattform ist dabei mit anderen Kathetern und Systemen kompatibel. Das deutsch-irische Startup mit Sitz in Dublin und München verspricht dadurch eine Behandlung mit verbesserten Erfolgsaussichten sowie einer vereinfachten Durchführung der Operation. Die Gründer Christoph Hennersperger und Fionn Lahart haben mit ihrem Startup schon mehrmals Investoren von sich überzeugt, zuletzt Ende 2023, als sie eine Finanzierung in Höhe von 20 Millionen Euro abschließen konnten. Das Dealroom Signal gibt dem Startup 87 Punkte. (Bild: Luma Vision)Mbiomics fokussiert sich auf die Entwicklung der ersten Generation wirksamer bakterieller Lebendtherapeutika. Das Unternehmen nutzt seine firmeneigene Profiling-Plattform und computergestützte Technologien, um hochauflösende Präzisionsdaten zur Modulation der Mikrobiota zu generieren. Die Technologie soll ein besseres Verständnis der Wechselwirkungen zwischen dem Darmmikrobiom und dem Wirt ermöglichen, wodurch Mbiomics mikrobielle Konsortien entwickeln will, die den PatientInnen als Präzisionstherapien zur Verfügung gestellt werden können. Das Münchner Biotech-Unternehmen will damit die Behandlung eines breiten Spektrums an Krankheiten – von Krebs bis hin zu entzündlichen Darmerkrankungen – revolutionieren. Die letzte Finanzierung für Mbiomics – eine Series-A über 13 Millionen Euro – gab es Anfang 2023. Das Dealroom Signal liegt bei 87 Zählern mit 100 Punkten im Segment Timing. (Bild: Wirestock / Freepik)Das Ferienhaus-Unternehmen Holidu machte in letzter Zeit vor allem mit neuen Partnerschaften und Übernahmen Schlagzeilen. Die letzte Finanzierungsrunde ist hingegen schon etwas her: Vor gut zwei Jahren sammelte das Unternehmen in seiner Series-E 100 Millionen Euro ein, inklusive 25 Millionen Euro Venture Debt. Will Holidu seinen bisherigen Expansionskurs fortsetzen, könnte jedoch bald wieder ein Investment anstehen. Das Dealroom Signal liegt daher im Bereich Timing bei 100 Punkten, insgesamt kommt es auf 86 Zähler. (Bild: Holidu)
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