Diese Münchner Startups sind reif für ein Investment
Maximilian Feigl
Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.
Bei der Bewertung, welches Startup reif für ein Investment ist, orientieren wir uns am „Dealroom Signal“ der Munich Startup Insights. Dieses bewertet die Unternehmen anhand von vier Kategorien: „Timing“ gibt an, wie viel Zeit seit der letzten Finanzierungsrunde vergangen ist; „Growth Rate“ bezieht sich auf die Wachstumsrate des Startups; „Founding Team“ betrachtet die GründerInnen und welche Erfolge sie bereits feiern konnten; und „Completeness“ schließlich bezieht sich auf die Datenlage des Startups innerhalb der Insights. Startups können in allen vier Kategorien eine Punktzahl von maximal 100 erreichen, ebenso in der Gesamtwertung. (Bild: Rawpixel / Freepik)Nyx – so der Name der von The Exploration Company entwickelten Raumkapsel – soll in Zukunft Fracht und schließlich auch Menschen in den Weltraum befördern, um Raumstationen zu versorgen und Langstreckenforschungsmissionen durchzuführen. Das Raumfahrzeug soll mehrfach wiederverwendet und in der Umlaufbahn aufgetankt werden können. Außerdem wird Nyx unabhängig von Trägerraketen entwickelt, so dass die Raumkapsel mit verschiedenen Raketen gestartet werden kann. Zu Beginn des vergangenen Jahres konnte das 2021 gegründete Startup 40,5 Millionen Euro in seiner Series-A-Runde einsammeln. Die Runde wurde von EQT Ventures und Red River West angeführt. Neue und bestehende Investoren wie Promus Ventures, Cherry Ventures, Vsquared, Omnes Capital, July Fund, Partech, Habert Dassault Finance, Schlumberger, WMA, Possible Ventures, Rymdkapital und Sista Fund beteiligten sich ebenfalls. Nun wird es langsam Zeit für eine weitere Runde: Das Dealroom Signal liegt bei 89 Punkten, mit 85 Zählern im Bereich Timing. (Bild: The Exploration Company)Das Startup Roadsurfer betreibt eine Flotte von Camper-Bussen unterschiedlicher Hersteller, die KundInnen über die Online-Plattform mieten können. Abgeholt und zurückgegeben werden die Busse dann an einer der zahlreichen Stationen, die das Startup in mehreren Ländern betreibt. Mit weiteren Angeboten wie dem Verkauf gebrauchter Fahrzeuge, der Möglichkeit zur Langzeitmiete und einer Buchungsplattform für individuelle und private Stellplätze will Roadsurfer den Reisewilligen ihren Urlaub noch weiter versüßen. Geld gab es für das Unternehmen zuletzt 2021: Damals flossen 24 Millionen Euro an Roadsurfer. Eine weitere Finanzierungsrunde könnte also bald schon anstehen: Das Dealroom Signal erreicht 88 Punkte. (Bild: Roadsurfer)Orbit Health hat eine App entwickelt, die dabei hilft, Menschen mit Parkinson eine personalisierte Behandlung anzubieten. Dafür zeichnen Smartwatches Bewegungsdaten auf, die von einer KI analysiert und ausgewertet werden. So können behandelnde ÄrztInnen, PflegerInnen, aber auch die PatientInnen selbst, kontinuierlich den Zustand des Betroffenen beobachten und abrufen. Im Jahr seiner Gründung 2021 konnte sich das Startup die Unterstützung des EIT Health und somit auch 1,5 Millionen Euro sichern. Venture Capital floss bisher aber noch nicht an Orbit Health. 100 Punkte im Bereich Timing (und 87 in der Gesamtbewertung) des Dealroom Signals legen aber nahe, dass sich dies bald ändern könnte. (Bild: Munich Startup)15 Millionen Euro gab es zuletzt für Stabl Energy – fast genau ein Jahr ist dies nun her. Die Lösung der Münchner, für die sie insgesamt schon 21,6 Millionen Euro einsammeln konnten, ist seither nur noch begehrter geworden. Denn Stabl Energy teilt Hochvolt-Batteriepacks in viele kleinere Module und verschaltet diese dynamisch miteinander. So will das Startup Risiken beseitigen, wenn gebrauchte Elektrofahrzeugbatterien für Batteriespeichersysteme verwendet werden. Auf diese Weise erhalten Altbatterien eine zweite Verwendung im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Die Second-Life-Batteriespeicher der Münchner sollen insbesondere bei Gewerbe- und Industriekunden, in der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie im landwirtschaftlichen Bereich eingesetzt werden. Aus Sicht des Dealroom Signal überzeugen neben dem Timing (96 Punkte) auch das Gründungsteam (83 Punkte). Der Gesamtwert kommt so auf 87 Zähler. (Bild: Stabl Energy)Beinahe genau so lange ist das letzte Investment in Reverion her: Im Frühjahr 2023 gab es 8,5 Millionen Euro für das Cleantech-Startup und seine besonderen Kraftwerke. Diese können laut Unternehmensangaben bei der Verstromung von Biogas einen Wirkungsgrad von bis zu 80 Prozent erreichen. Dies erlaube es Betreibern von Biogasanlagen, ihre Einnahmen durch dieselbe Menge Biomasse um bis zu 400 Prozent zu steigern. Darüber hinaus haben Kleinkraftwerke die Fähigkeit, auch „rückwärts“ (reversibel) zu laufen. So lässt sich aus einem vorübergehenden Überschuss an Wind- und Sonnenstrom ein erneuerbares Erdgassubstitut oder grüner Wasserstoff erzeugen und speichern. Insgesamt flossen schon 18 Millionen Euro auf das Konto von Reverion. Doch mit dieser Technologie, die bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, dürfte die nächste Finanzierungsrunde nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Das Dealroom Signal vergibt 86 Punkte, mit den vollen 100 Zählern im Bereich Timing. (Bild: Reverion)
Mehr davon
Passende Beiträge zum Weiterlesen
Deals
15 Millionen für Defencetech Project Q
16.07.26
2 Min.
Deals
Sherpa baut KI-Plattform mit 2 Millionen Euro aus
14.07.26
2 Min.
Deals
Helsing schließt Milliardenrunde ab
14.07.26
2 Min.
Deals
Knapp 3 Millionen Euro für Finto
13.07.26
3 Min.
Deals
Insgesamt 91 Millionen Euro für Quantum Diamonds
10.07.26
2 Min.
Deals
411 Millionen Euro: Proxima Fusion wird wertvollstes Fusionsunternehmen Europas