Diese Münchner Startups sind reif für ein Investment
Maximilian Feigl
Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.
Bei der Bewertung, welches Startup reif für ein Investment ist, orientieren wir uns am „Dealroom Signal“ der Munich Startup Insights. Dieses bewertet die Unternehmen anhand von vier Kategorien: „Timing“ gibt an, wie viel Zeit seit der letzten Finanzierungsrunde vergangen ist; „Growth Rate“ bezieht sich auf die Wachstumsrate des Startups; „Founding Team“ betrachtet die GründerInnen und welche Erfolge sie bereits feiern konnten; und „Completeness“ schließlich bezieht sich auf die Datenlage des Startups innerhalb der Insights. Startups können in allen vier Kategorien eine Punktzahl von maximal 100 erreichen, ebenso in der Gesamtwertung. (Bild: Rawpixel / Freepik)Das Münchener Startup Robotise hat einen Serviceroboter entwickelt, der autonom und mobil verschiedene repetitive Tätigkeiten im Bereich der Intralogistik innerhalb von Gebäuden übernimmt. Der erste, modular aufgebaute und über die Robotise-Cloud-Verbindung steuerbare und überwachte Serviceroboter namens Jeeves kommt vor allem in Kliniken, Reha-Zentren, großen Arztpraxen und Pflegeheimen, sowie in Hotels, Bürogebäuden und auch an Flughäfen zum Einsatz. Dort entlasten die Roboter das Pflege- und Servicepersonal von einfacheren Tätigkeiten. Die letzte Finanzierungsrunde ist für das Startup allerdings schon etwas her: 2020 sicherte sich Robotise eine Wachstumsfinanzierung durch unter anderem Bayern Kapital und den Wachstumsfonds Bayern. Aber nicht nur mit dem Timing überzeugt das Startup: Das Dealroom-Signal liegt bei insgesamt 93 Punkten, mit 96 Zählern für das Gründungsteam und 89 für die Wachstumsrate. (Bild: Robotise)Catalym entwickelt neue Wirkstoffe für Immuntherapien, bei denen es darum geht, das körpereigene Immunsystem gegen Krebs zu richten. Eine große Herausforderung ist es, dabei eine hohe Wirksamkeit der Immunantwort auf Krebszellen und zugleich geringe Nebenwirkungen zu vereinen. Bei dem Münchner Startup geht es dabei um den Medikamenten-Kandidat Visugromab. Dieser soll ein bestimmtes Protein neutralisieren, welches Tumore nutzen, um sich vor dem körpereigenen Immunsystem zu schützen. Dadurch sollen die Krebszellen wieder für das Immunsystem zugänglich werden, was die Immunabwehr verstärken soll. Mit der Idee, die auf Forschung an der Uni Würzburg zurückgeht, konnte das Startup bereits zahlreiche Investoren von sich überzeugen. Zuletzt schloss Catalym im November 2022 seine Series-C in Höhe von 50 Millionen Euro ab. Aus Sicht des Dealroom-Signal überzeugen neben diesem Timing (100 Punkte) auch das Gründungsteam (94 Punkte) und die Wachstumsrate (86 Punkte). Der Gesamtwert kommt so auf 89 Zähler.Kewazo automatisiert und digitalisiert den Materialfluss auf Baustellen mit Hilfe von Robotertechnik und Datenanalytik. Das erste Produkt des Unternehmens, der Liftbot, ist ein intelligenter Roboteraufzug für Bau- und Industriestandorte, der durch eine Datenanalyseplattform unterstützt wird. Der Liftbot soll 70 Prozent der Arbeitsstunden beim Gerüstbau einsparen. Außerdem sollen durch den Roboter die Arbeitssicherheit steigen und Unfälle vermieden werden. Außerdem bietet Kewazo eine Datenanalyseplattform, die Erkenntnisse über die Betriebsdaten vor Ort zur Verfügung stellt. Diese soll die Transparenz des Geschehens auf Baustellen und in Industrieanlagen erhöhen. Zuletzt konnte sich das Münchner Startup Anfang 2023 eine Finanzierung sichern: Die damalige Series-A brachte 9,2 Millionen Euro (10 Millionen Dollar). Nun wäre es an der Zeit für die nächste Runde, das Dealroom Signal kommt auch hier auf 89 Punkte. (Bild: Kewazo)Im Sommer des letzten Jahres war es so weit: Nach bereits fünf Jahren am Markt entschloss sich Sushi Bikes dazu, Venture Capital an Bord zu holen. Mit der nicht bekannten Summe wollte der E-Bike-Hersteller sein Marketing und seine internen Prozesse ausbauen. Die Mittel stammten von STS Ventures, BayBG Venture Capital, VRD und Parkshore. Das Münchner Startup ist nicht nur für seine günstigen E-Bikes bekannt, sondern auch für sein Gründerteam: Neben CEO Andy Weinzierl war auch TV-Moderator Joko Winterscheidt an der Gründung beteiligt. Ob Sushi Bikes aktuell offen für weitere Investitionen ist, ist nicht bekannt – laut Dealroom Signal wäre der Zeitpunkt aber günstig, die Gesamtpunktzahl liegt bei 88. (Bild: Bene Müller / Sushi Bikes)iOmx Therapeutics wurde 2016 von zwei Wissenschaftlern gegründet, die zuvor im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg arbeiteten. Das Startup ist spezialisiert auf Medikamente, die verhindern sollen, dass der Krebs dem körpereigenen Immunsystem entkommt. Die noch andauernde Phase I der klinischen Prüfung seines vielversprechendsten Wirkstoffs begann iOmx Therapeutics im März 2023. Die Forschung des Startups wurde unter anderem von Wellington Partners, Sofinnova Partners, M Ventures und MIG Capital finanziert. Diese und weitere Geldgeber investierten insgesamt bisher 105 Millionen Euro in das Startup. Die letzte Finanzierungsrunde – eine Series-B über 65 Millionen Euro – wurde im Oktober 2021 geschlossen. Das Dealroom Signal liegt bei 88 Zählern. (Bild: Markus Feuerer, Dieter Schröter / DKFZ)
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