Munich Startup
Diese Münchner Startups sind reif für ein Investment

Diese Münchner Startups sind reif für ein Investment

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

19. März 2024

5 Min. Lesezeit

Investment
Bei der Bewertung, welches Startup reif für ein Investment ist, orientieren wir uns am „Dealroom Signal“ der Munich Startup Insights. Dieses bewertet die Unternehmen anhand von vier Kategorien: „Timing“ gibt an, wie viel Zeit seit der letzten Finanzierungsrunde vergangen ist; „Growth Rate“ bezieht sich auf die Wachstumsrate des Startups; „Founding Team“ betrachtet die GründerInnen und welche Erfolge sie bereits feiern konnten; und „Completeness“ schließlich bezieht sich auf die Datenlage des Startups innerhalb der Insights. Startups können in allen vier Kategorien eine Punktzahl von maximal 100 erreichen, ebenso in der Gesamtwertung. (Bild: Rawpixel / Freepik)
Aily Labs
Aily Labs arbeitet an KI-Lösungen, die die Arbeitsweise von MitarbeiterInnen in Unternehmen verändern soll. Hierzu nutzt das Startup die in einem Unternehmen verfügbaren Daten, verknüpft sie mit seiner KI und stellt die Ergebnisse für die Angestellten verständlich dar. So sollen die NutzerInnen ihren Arbeitsalltag durch personalisierte Business Insights effektiver gestalten können. Im Mittelpunkt steht hierbei der Entscheidungsprozess auf allen Ebenen. Er soll durch die KI-Lösung von Aily Labs beschleunigt und auf bessere Informationen basiert werden. 2020 von Bianca Anghelina, Sara Bisbe und Christoph Schmitt gegründet, konnte das Startup zuletzt im Sommer 2023 erfolgreich sein erstes Investment abschließen und neun Millionen Euro einsammeln. Das Timing für die nächste Runde ist damit noch nicht optimal – das Dealroom Signal vergibt hier 51 Punkte – die Growth Rate (65 Punkte) von Aily Labs bringt das Startup jedoch auf eine Gesamtpunktzahl von 64 Zählern. (Bild: AltumCode / Unsplash)
Orbit Satellit Airmo
Airmo will mit seinen Satelliten den Klimaschutz aus dem All vorantreiben. Hierzu will das 2022 gegründet Münchner Startup seinen ersten Satelliten Ende 2024 bis Anfang 2025 ins All zu schicken. Dieser soll dann, ausgestattet mit Spektrometer und Lidar-Technologie, Treibhausgase in Echtzeit erkennen und messen können, und das wesentlich genauer als es ESA und NASA derzeit tun. Unternehmen sollen diese Daten dann als Grundlage für eine bessere Entscheidungsfindung beim Emissionsmanagement dienen. Im Sommer vergangenen Jahres schloss Airmo erfolgreich seine Pre-Seed-Finanzierung über 5,2 Millionen Euro ab, das Geld kam von dem Spacetech-Investor Christian Federspiel, Ananda Impact Ventures, Pi-Labs, E2MC und Antler. Das Dealroom Signal gibt dem Spacetech-Startup insgesamt 64 Punkte, mit 73 Zählern im Bereich „Timing“. (Bild: Free-Photos / Pixabay)
Farminsect
Farminsect ermöglicht es LandwirtInnen, Tierfutter aus Insektenlarven herzustellen. Hierzu hat das Startup automatisierte Mastanlagen entwickelt, die von LandwirtInnen auf ihren Höfen betrieben werden. Die Gründer beliefern sie dann wöchentlich mit Junglarven, die mit regionalen Reststoffen wie Schalen oder Ernteresten gemästet werden. So erhalten die Landwirte eine nachhaltigere alternative Proteinquelle für ihr Tierfutter. Zudem produzieren die Mastanlagen von Farminsect als Nebenprodukt Kompost, der als Dünger verkauft oder zur Biogaserzeugung eingesetzt werden kann. Insgesamt sollen die LandwirtInnen laut Angaben des Startups so ihre Futtermittelkosten um bis zu 30 Prozent senken können. Darüber hinaus senkt dieses System der Kreislaufwirtschaft den CO2-Ausstoß in der Landwirtschaft. Mit ihrer Lösung haben die Münchner bereits viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, vom High-Tech Gründerfonds über Bayern Kapital bis hin zum European Innovation Council investierten bereits die verschiedensten Geldgeber in Farminsect. Die letzte Finanzierungsrunde, abgeschlossen im Herbst 2023, brachte dem Startup weitere 8 Millionen Euro. Das Dealroom Signal liegt bei insgesamt 63 Zählern. (Bild: Farminsect)
Agile Robots AG
Agile Robots wurde 2018 gegründet und hat seinen Hauptsitz in München und Peking. Die Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat eigenständig Software- und Hardwareprodukte im Robotik-Bereich entwickelt und auf den Markt gebracht, darunter etwa ein Betriebssystem für die Koordinierung von Robotern und Zubehör. Derzeit sind die Roboter des Startups vor allem im industriellen Umfeld sowie in der Medizin im Einsatz. Zuletzt machte Agile Robots jedoch Schlagzeilen mit der Übernahme des von einer Insolvenz gebeutelten Münchner Robotik-Spezialist Franka Emika. Die letzte größere Finanzierungsrunde für das Unternehmen liegt auch schon einige Jahre zurück: 2021 erhielt das Robotik-Startup 186 Millionen Euro. Angeführt wurde die Runde von Softbank, weitere Investoren sind Abu Dhabi Royal Group, GL Ventures, Sequoia China und Linear Capital sowie die strategischen Investoren Xiaomi Group, Foxconn Industrial Internet und Midas. Mit der damaligen Bewertung durchbrach Agile Robots dann auch die 1-Milliarde-Dollar-Grenze und sicherte sich den Status als Einhorn. 2022 schoss zudem Foxconn weitere 28,6 Millionen Euro (30 Millionen Dollar) in einem Extra-Investment nach. Das Dealroom Signal des Startups erreicht 62 Zähler und signalisiert somit, dass es bald Zeit für das nächste Investment wäre. (Bild: Agile Robots)
Deepdrive
Deepdrive hat einen sogenannten Doppelrotor-Radialfluss-Motor entwickelt und patentiert, der als Zentralantrieb und auch als Radnabenantrieb in Serienfahrzeuge eingebaut werden kann. Mit ihm soll ein Fahrzeug 20 Prozent weiterfahren können bzw. für dieselbe Reichweite 20 Prozent kleinere Batterien benötigen. Zudem soll der Motor bei gleicher Leistung weniger seltene Erden in der Herstellung brauchen. Mit seinem Motor konnte das Startup bereits verschiedene Preise gewinnen – etwa den Titel „Bestes Münchner Startup“ 2023 – und auch zahlreiche Investoren von sich überzeugen. Zu Beginn des letzten Jahres schloss das Startup seine bislang letzte Finanzierung ab: Die Series-A brachte Deepdrive 15 Millionen Euro ein. Mit BMW i Ventures und der Continental Corporate Venture Capital Unit konnten die Münchner gleich zwei namhafte Venture-Capital-Geber der Mobilitätsbranche von sich überzeugen. Und auch die Bestandsinvestoren UVC Partners und Bayern Kapital schlossen sich der Runde an. Nun wird es langsam Zeit für das nächste Investment: Das Dealroom Signal erreicht 62 Punkte. (Bild: Atabak Etedali)

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