Diese Münchner Startups sind reif für ein Investment
Maximilian Feigl
Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.
Bei der Bewertung, welches Startup reif für ein Investment ist, orientieren wir uns am „Dealroom Signal“ der Munich Startup Insights. Dieses bewertet die Unternehmen anhand von vier Kategorien: „Timing“ gibt an, wie viel Zeit seit der letzten Finanzierungsrunde vergangen ist; „Growth Rate“ bezieht sich auf die Wachstumsrate des Startups; „Founding Team“ betrachtet die GründerInnen und welche Erfolge sie bereits feiern konnten; und „Completeness“ schließlich bezieht sich auf die Datenlage des Startups innerhalb der Insights. Startups können in allen vier Kategorien eine Punktzahl von maximal 100 erreichen, ebenso in der Gesamtwertung. (Bild: Rawpixel / Freepik)Tacto hat ein „Betriebssystem für die Lieferkette“ entwickelt: eine zentrale Steuerung von Lieferantenbeziehungen für den industriellen Mittelstand. Die KI-basierte Software soll eine strategische Lieferantenverwaltung, die unkomplizierte Abwicklung von Compliance für ESG-Regularien und einen effizienten sowie nachhaltigen Materialeinkauf zu optimierten Konditionen ermöglichen. So sollen Unternehmen nicht nur einen besseren Überblick über ihren Einkauf gewinnen, sondern auch zukunftssichere Lieferketten aufbauen können. Erst im Dezember des vergangenen Jahres konnten die Münchner eine Finanzierung in Höhe von 50 Millionen Euro abschließen. Geldnöte dürften das Software-Startup vorerst also weniger plagen. Das Dealroom Signal vergibt im Segment „Timing“ daher auch nur 27 Punkte. Doch alles andere an dem Startup scheint zu stimmen: Mit 91 Punkten für das Gründerteam und 96 Zählern für die Wachstumsrate kommt Tacto auf eine Gesamtbewertung von 91. (Bild: Tacto)Divizend: Das Steuerrecht ist eine komplizierte Sache und es macht auch vor der Börse nicht Halt. So werden zum Beispiel Dividenden auf eine Aktie aus dem Ausland zweimal besteuert: einmal mit der ausländischen Quellensteuer und dann erneut mit der heimischen Einkommensteuer. AnlegerInnen können sich dies zwar zurückerstatten lassen, doch ist der Prozess komplex und wenig standardisiert. Das Startup Divizend hilft PrivatanlegerInnen, ihre Steuern zurückzufordern, indem es den Prozess der Quellensteuerrückerstattung automatisiert. 2019 gegründet, hat Divizend inzwischen neben seinem Münchner Büro auch Niederlassungen in Luxemburg und der Schweiz. Die letzte Finanzierungsrunde ist inzwischen etwas her: Im November 2022 konnte sich das Fintech zuletzt Geld sichern. Die „Timing“-Wertung des Dealroom Signal kommt daher auf 100 Zähler, die Gesamtpunktzahl von 91 Punkte signalisiert, dass das Startup reif für ein Investment ist. (Bild: Divizend)Orbem kombiniert Bildgebungstechnologien mit künstlicher Intelligenz, um komplexe Problemstellungen anzugehen. Mit seiner KI-Innovation zum Scannen biologischer Proben hat das Jungunternehmen bereits eine Lösung auf den Markt gebracht, die zur Nachhaltigkeit in der Geflügelindustrie beiträgt. Im Oktober 2023 konnte Orbem erfolgreich eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 30 Millionen Euro abschließen. Laut Dealroom Signal kommt nun langsam die Zeit für die nächste Runde: Das Timing wird bereits wieder mit 50 Punkten bewertet. Aber auch das Gründungsteam (88 Punkte) und die Wachstumsrate (95 Punkte) überzeugen und bringen die Gesamtbewertung auf 91 Zähler. (Bild: Orbem)Wirelane: Ganz ähnlich sieht es bei Wirelane aus. Durch die erst im August 2023 abgeschlossene 11 Millionen Euro starke Series-B- Finanzierungsrunde gibt das Dealroom Signal nur eine geringe Punktzahl im Segment „Timing“. Doch das Gründungsteam um CEO Constantin Schwab (88 Punkte) und die Wachstumsrate (84) Punkte bringen das Startup auf insgesamt 90 Punkte. Das 2016 gegründete Münchner Startup bietet Ladeinfrastrukturlösungen im Bereich des öffentlichen und halböffentlichen Ladens von Elektrofahrzeugen an. Zum Portfolio des Unternehmens zählen unter anderem eigene Ladepunktlösungen sowie eine E-Mobilitäts-Plattform für deren Betrieb und Verwaltung. Außerdem unterstützt Wirelane seine Kundschaft bei der Planung, Realisierung und dem anschließenden Betrieb der Infrastruktur. (Bild: Wirelane)Building Radar informiert mit seiner SaaS-Software in Echtzeit Bauunternehmen oder (Innen-)ArchitektInnen über zukünftige oder bereits angelaufene Bauprojekte. Dank des Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI) identifiziert das Startup in Echtzeit und so früh wie möglich relevante Bauvorhaben. Dadurch haben die KundInnen des Proptech-Unternehmens einen Wettbewerbsvorteil. Nach eigenen Angaben erkennt das Münchner Startup täglich 5.000 neue Bauprojekte aus weltweit über 100.000 verschiedenen Quellen. Seine letzte Finanzierungsrunde schloss das Proptech im Sommer 2021 ab – es wäre also Zeit für das nächste Investment. Die Gesamtpunktzahl im Dealroom Signal liegt für Building Radar bei 90 Zählern. (Bild: Building Radar)
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