Diese Münchner Startups sind reif für ein Investment
Maximilian Feigl
Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.
Bei der Bewertung, welches Startup reif für ein Investment ist, orientieren wir uns am „Dealroom Signal“ der Munich Startup Insights. Dieses bewertet die Unternehmen anhand von vier Kategorien: „Timing“ gibt an, wie viel Zeit seit der letzten Finanzierungsrunde vergangen ist; „Growth Rate“ bezieht sich auf die Wachstumsrate des Startups; „Hiring Pace“ betrachtet, wie viele offene Stellen ein Startup hat und wie schnell es diese besetzen kann; und „Completeness“ schließlich bezieht sich auf die Datenlage des Startups innerhalb der Insights. Startups können in allen vier Kategorien eine Punktzahl von maximal 100 erreichen, ebenso in der Gesamtwertung. (Bild: Rawpixel / Freepik)Recup: Gerade erst hat Recup durch die Übernahme des Mehrweg-Herstellers Crafting Future auf sich aufmerksam gemacht. Nun schafft es der Betreiber eines Mehrwegsystem für den Außer-Haus-Markt auf unsere Liste der Startups, die reif für ein Investment sind. Die letzte Finanzierungsrunde, die inzwischen über ein Jahr zurück liegt, brachte den Münchnern 12 Millionen Euro. Damals beteiligten sich der bestehende Gesellschafter Müller Medien sowie die Blueworld Group, Summiteer und die GLS-Bank. Nun rückt für Recup der Zeitpunkt für das nächste Investment näher – das Dealroom Signal gibt 77 Punkte. (Bild: Recup)Avelios Medical: Das Startup der drei Gründer Sebastian Krammer, Christian Albrecht und Nicolas Jakob digitalisiert Arbeitsabläufe in Kliniken und ermöglicht eine datenbasierte Patientenversorgung. Hierzu hat das 2020 gegründete Startup eine modulare Softwareplattform entwickelt. Die einzelnen Module, etwa für die Ambulanz oder einzelne Stationen, digitalisieren die Arbeitsabläufe und ermöglichen eine digitale Dokumentation der Patientenversorgung. Die letzte Finanzierungsrunde für Avelios Medical – eine Seed-Runde über 2 Millionen Euro – ist nun fast 2 Jahre her. Das Dealroom Signal des Medtechs erreicht 75 Zähler, mit 94 Punkten im Segment „Timing“. (Bild: Avelios Medical)Kitekraft: Das Startup, 2019 aus der Technischen Universität München ausgegründet, entwickelt fliegende Windkraftanlagen. Die Technologie besteht aus einer Multicopter-Drohne mit Flügeln, die durch ein Seil mit einer Bodenstation verbunden ist. So will das Startup mit deutlich geringeren Kosten und weniger Aufwand grünen Strom produzieren. Vom Y Combinator über den ESA BIC Bavaria bis hin zur schwedischen Norrsken Foundation, die das Münchner Unternehmen zu den 100 weltweit wichtigsten Impact Startups zählt, glauben viele Institutionen an Kitekraft. Die letzte Finanzierung gab es Ende vergangenen Jahres, damals flossen 1,5 Millionen Euro vom Schweizer Kapital Global Impact Fund auf das Konto des Startups. Sein Dealroom Signal liegt bei 74 Punkten mit 98 Zählern im Bereich „Timing“. (Bild: Kitekraft).Quantum Diamonds: In Sachen Quantenforschung gehört München bereits zu den weltweit führenden Zentren – und auch die Anwendung der Quantentechnologie nimmt an Fahrt auf. Etwa durch das Münchner Startup Quantum Diamonds. Das Unternehmen verändert künstliche Diamanten auf atomarer Ebene, sodass diese sich in Sensoren einsetzen lassen. Das Messprinzip beruht dabei auf der Störung der Quanteneigenschaften dieses Defekts durch Temperatur, magnetische und elektrische Felder. Somit ermöglicht das Startup die Herstellung höchst präziser Messinstrumente, etwa für die Qualitätskontrolle in der Halbleiterindustrie. Förderungen erhielt das Startup unter anderem von ESA BIC Bavaria, Exist und der UnternehmerTUM, eine erste Finanzierungsrunde steht allerdings noch aus. Mit 74 Punkten insgesamt und 98 im Segment „Timing“ sieht das Dealroom Signal die Zeit dafür nun gekommen. (Bild: Maria Lysenko / Unsplash)Ottonova: Die private Krankenversicherung Ottonova wurde 2015 von Roman Rittweger, Sebastian Scheerer und Frank Birzle gegründet. Sie setzt auf digitale Services, wie beispielsweise persönliche Beratung per Chat. Das Portfolio des Münchner Startups umfasst neben privaten Krankenvollversicherungen und Krankenzusatzversicherungen auch Software-Lösungen für die Versicherungsbranche. Seine letzte Finanzierung schloss das Startup vor rund einem Jahr ab, die damalige Series-F brachte 34 Millionen Euro. Das Dealroom Signal des Insurtechs erreicht 73 Zähler, mit 99 Punkten im Segment „Timing“. (Bild: Ottonova)
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