Munich Startup
Diese Münchner Startups sind reif für ein Investment

Diese Münchner Startups sind reif für ein Investment

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

22. Oktober 2024

4 Min. Lesezeit

Investment
Bei der Bewertung, welches Startup reif für ein Investment ist, orientieren wir uns am „Dealroom Signal“ der Munich Startup Insights. Dieses bewertet die Unternehmen anhand von vier Kategorien: „Timing“ gibt an, wie viel Zeit seit der letzten Finanzierungsrunde vergangen ist; „Growth Rate“ bezieht sich auf die Wachstumsrate des Startups; „Founding Team“ betrachtet die GründerInnen und welche Erfolge sie bereits feiern konnten; und „Completeness“ schließlich bezieht sich auf die Datenlage des Startups innerhalb der Insights. Startups können in allen vier Kategorien eine Punktzahl von maximal 100 erreichen, ebenso in der Gesamtwertung. (Bild: Rawpixel / Freepik)
Julian Kley und Vlad Lata (v.l.), Gründer von Avi Medical
Avi Medical betreibt drei Jahre nach Marktstart ein Netz aus modernen, technologieunterstützten Hausarztpraxen in München, Hamburg, Berlin und Stuttgart. Die primäre Standardversorgung gilt als vollständig digitalisiert und nach Angaben des Startups nutzen seit ihrer Einführung bereits über 100.000 PatientInnen die Avi-Medical-App als verlängerten Arm ihres Arztes. Ein wesentlicher Bestandteil der digitalen Transformation ist die Zusammenarbeit zwischen den ÄrztInnen und den vollautomatisierten digitalen Co-Piloten in der Praxis. Dieses System verwaltet Workflows, erstellt individuelle Behandlungspläne für die PatientInnen und koordiniert das Terminmanagement. Und mit Avi Heart bietet das Startup zudem ein eigenes gezieltes Versorgungsprogramm. Das letzte Investment in Avi Medical liegt dabei schon über zwei Jahre zurück: Im April 2022 schloss das Startup seine Series-B mit 50 Millionen Euro ab. Damit ist das Startup laut Dealroom Signal mehr als reif für die nächste Runde. Die Gesamtpunktzahl liegt bei 95, das Timing bei 98 und die Wachstumsrate sogar bei 99 Zählern. (Bild: Avi Medical)
Verso-CEO Andreas Maslo, Christian Kukwa, Principal bei der Nord Holding, Verso-CCO Nuvia Maslo und Moritz Stolp, Investment Manager bei der Nord Holding (v.l.)
Verso bietet eine Software für das Nachhaltigkeitsmanagement mittelständischer Unternehmen. So will das Unternehmen die Transformation der Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit beschleunigen und vereinfachen. Dazu bieten die Münchner mittelständischen Unternehmen eine SaaS-Lösung, mit der sie ihre Aktivitäten in den Bereichen Nachhaltigkeit, ESG (Environment, Social, Governance) und CSR (Corporate Social Responsibility) verwalten können. Das 2010 gegründet Startup konnte zuletzt Ende 2022 Investoren von sich überzeugen. Damals beteiligte sich die Nord Holding mit einer nicht bekannten Summe. Das Timing für die nächste Finanzierung wäre also richtig: Das Dealroom Signal vergibt hier 100 Punkte, insgesamt kommt Verso auf 88 Zähler. (Bild: Verso)
Vida
Village Data Analytics, oder kurz Vida, hat eine Geoinformationssoftware für EntscheiderInnen in Unternehmen, NGOs und Behörden entwickelt. Diese bietet verschiedenste Informationen zu Standorten in Echtzeit wie etwa Geodaten und hochauflösende Satellitenbilder. Zudem reichern die Münchner die Informationen mit qualitätsgeprüften Vor-Ort-Daten an, etwa zu potenziellen Kunden, der örtlichen Industrie oder Telekommunikation. Das Startup verspricht zudem, die lokalen physischen Klimarisiken bis zum Jahr 2080 abbilden zu können. Auf diese Weise will Vida datengestützte Investitions-, Geschäfts- und politische Entscheidungen in ländlichen Dörfern in Afrika und Asien ermöglichen. Auch eine umfassendere Due-Diligence-Prüfung einer Investitionsmöglichkeit bieten die Münchner an. Das letzte Investment in Vida ist nun etwas über ein Jahr her: Im September 2023 erhielten die Münchner drei Millionen Euro. Aber nicht nur das Timing (100 Punkte) überzeugt, auch Team (80 Punkte) und Wachstumsrate (96 Punkte) könne sich sehen lassen. Die Gesamtpunktzahl liegt bei 88. (Bild: Vida)
Speexx
Speexx ist eine Cloud-basierte B2B-Sprachlernplattform des Münchner Unternehmens Digital Publishing. Seit 2012 bietet die „Learning-from-Anywhere“-Plattform KI-basierte Bedarfsanalyse, Assessment, adaptives Lernen, dauerhaften Performance Support und HR-Tools in einem. International agierende Unternehmen wie UBS, Merck und Volkswagen, Institutionen wie die UNO oder die Europäische Zentralbank und die öffentliche Hand wie etwa die Schweizer Regierungsorganisationen nutzen Speexx für die Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden. Mit Finanzierungsrunden hat sich das Startup bisher zurückgehalten, lediglich 2015 und 2020 sammelte es Kapital ein. Für das Timing vergibt das Dealroom Signal 45 Zähler – doch Gründerteam (93 Punkte) und Wachstumsrate (76 Punkte) überzeugen. Die Gesamtpunktzahl liegt bei 87. (Bild: Lara Far / Unsplash)
Ivy
Ivy hat eine API entwickelt, mit der es Open-Banking-Zahlungen auf der ganzen Welt ermöglichen will. Durch die direkten Konto-zu-Konto-Zahlungen entfällt der Service von Vermittlern wie Visa und damit auch deren Transaktionsgebühr. Bisher beschränken sich Anbieter von Open-Banking-Technologien jedoch weitestgehend auf inländische Transaktionen in einer einzigen Währung – mit Ivy soll sich das ändern. Damit überzeugte das 2021 gegründete Startup in der Vergangenheit bereits erfolgreich mehrere Investoren und nur fünf Wochen nach seiner Seed-Runde über sieben Millionen Euro sicherte es sich ein weiteres Investment in Höhe von weiteren 18,5 Millionen Euro. Da beides inzwischen über ein Jahr zurückliegt, könnte sich aber langsam die nächste Finanzierung anbahnen. Das Timing liegt bei 100 Punkten, die Gesamtpunktzahl bei 87. (Bild: Ivy)
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