Munich Startup
Lilium sammelt weitere 35 Millionen Dollar ein

Lilium sammelt weitere 35 Millionen Dollar ein

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

15. Juni 2020

3 Min. Lesezeit

Im März erhielt das Münchner Flugtaxi-Startup Lilium ein Mega-Investment in Höhe von 240 Millionen Dollar. Dieser von dem chinesischen Internetkonzern Tencent angeführten Runde schloss sich nun das schottische Investment-Management-Unternehmen Baillie Gifford mit 35 Millionen Dollar an.

Baillie Gifford ist bekannt für seine Investitionen in Technologieunternehmen wie Amazon, Airbnb, Spotify und SpaceX. Bei Tesla ist die Anlagefirma zweitgrößter Aktionär hinter Elon Musk selbst. Das Geld soll – wie auch die zuvor erhaltenen 240 Millionen Dollar – in die weitere Entwicklung des Lilium Jets sowie in Vorbereitungsarbeiten für die Serienproduktion im neu fertiggestellten Produktionswerk von Lilium fließen.

Christopher Delbrück, Chief Financial Officer von Lilium, über die neue Investition:

„Baillie Gifford ist einer der einflussreichsten Tech-Investoren der Welt, und ihr Engagement bei Lilium ist ein bedeutender Vertrauensbeweis sowohl für unser physisches Produkt als auch für unseren Business Case.“

Die Münchner entwickeln nicht nur rein elektrische, vertikal startende und landende Lufttaxi-Flugzeuge, sondern planen auch einen regionalen Flugservice. Dieser soll bereits 2025 an den Start gehen. Vor kurzem wurde die erste Phase der Flugerprobung abgeschlossen, bei der der fünfsitzige Lilium Jet mit Geschwindigkeiten von über 100 km/h geflogen wurde.

Weiter sagte Delbrück:

„Die während dieser Runde gesammelten Gelder geben uns die Sicherheit, das schwierige wirtschaftliche Umfeld, das wir um uns herum sehen, zu überstehen, und wir sind dankbar, dass wir uns weiterhin voll auf unsere Mission konzentrieren können.“

Gegenwind für Lilium

Das Startup verlor nicht nur bei einem Brand Anfang März dieses Jahres einen seiner Prototypen, auch wird es in der Luftfahrt-Industrie mit großer Skepsis beäugt. So bezeichnete etwa in diesem Januar ein anonymer Luftfahrt-Experte basierend auf eigenen Modell-Berechnungen das Konzept von Lilium als „völlig zweifelsfrei als nicht realisierbar“. Die Analyse gilt unter Kollegen als methodisch richtig, ihr liegt aber die Annahme zugrunde, dass das Verhältnis von Leistung zu Gewicht bei Lithium-Ionen-Akkus auf seinem aktuellen Stand bleiben wird. Eine Behauptung, der Lilium-Gründer Daniel Wiegand im Gespräch mit dem Handelsblatt entschieden widersprach.

Michael Pye, Investment Manager bei Baillie Gifford, stärkte der neuen Investition ebenfalls den Rücken:

„Wir freuen uns, das bemerkenswerte Team von Lilium in seinem Bestreben zu unterstützen, einen neuen Verkehrsträger zu entwickeln. Zwar befindet man sich noch in einem frühen Stadium, aber wir glauben, dass diese Technologie tiefgreifende und weitreichende Vorteile in einer kohlenstoffarmen Zukunft haben könnte, und wir sind gespannt auf die Fortschritte von Lilium in den kommenden Jahren.“

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