Man muss nicht unbedingt ein treuer Fan von „Die Höhle der Löwen“ sein, um Yfood zu kennen. In der Fernsehsendung stellten die Gründer Noel Bollmann und Benjamin Kremer ihr Produkt 2018 vor. Inzwischen läuft man den Produkten des Münchner Startups bei fast jedem Besuch im Supermarkt über den Weg. Und überhaupt ist aus dem Startup inzwischen ein großer Player mit einem Umsatz von 150 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr geworden.
Nun folgt der nächste Schritt: Nestlé S.A. übernimmt die yfood Labs GmbH vollständig und will damit die internationale Expansion der Münchner Smart-Food-Marke beschleunigen. Die Gründeranteile von Benjamin Kremer und Noel Bollmann sollen vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen zum 3. Juli 2026 an Nestlé übergehen. Finanzielle Details werden dabei nicht genannt.
Wer ist Yfood?
Das 2017 in München gegründete Unternehmen kommt nach eigenen Angaben auf rund 150 Millionen Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2025, ist in 30 Ländern aktiv und an mehr als 50.000 Verkaufsstellen gelistet. Die Übernahme von Nestlé ist kein klassischer Food-Exit, sondern ein Scaleup-Verkauf nach bewiesener internationaler Traktion.
Von 49 Prozent auf 100 Prozent: Nestlé baut Smart-Food-Portfolio aus
Nestlé war bereits seit 2023 mit 49 Prozent an Yfood beteiligt. Mit der vollständigen Übernahme erhält der Konzern nun Zugriff auf die gesamte Marke, während Yfood von Nestlés globaler Distribution und Skalierung profitieren soll.
Für das Münchner Startup-Ökosystem ist der Deal relevant, weil Yfood zu den sichtbarsten Consumer-Scaleups der Stadt zählt. Das Unternehmen hat aus Trinkmahlzeiten, Pulvern und Riegeln eine eigenständige „Smart Food“-Kategorie aufgebaut.
Yfood bleibt in München – neue Führung durch Nestlé-Managerin
Der Co-CEO von Yfood Noel Bollmann sagt:
“Wir haben Yfood in den letzten acht Jahren zu einer der führenden Marken für Trinkmahlzeiten in Europa aufgebaut: profitabel, in 30 Ländern und mit über 50.000 Verkaufsstellen. Der nächste Schritt für Yfood ist global. Dafür braucht die Marke einen Partner mit weltweiter Distribution und Infrastruktur. Die vergangenen drei Jahre Partnerschaft mit Nestlé haben bewiesen, dass Yfood international profitabel skalierbar ist. Wir übergeben Yfood an dem Punkt, an dem die Marke bereit ist für die Welt – und an den Partner, der sie dorthin bringen kann.”
Und Mitgründer Benjamin Kremer ergänzt:
„Unser fantastisches Team bei Yfood hat in den vergangenen Jahren eine Erfolgsgeschichte in Sachen Markenaufbau, Umsatzentwicklung und Profitabilität geschrieben, auf die wir alle mit Stolz blicken. Mit Yfood haben wir eine völlig neue Lebensmittelkategorie „Smart Food“ geschaffen und damit den Zeitgeist einer ganzen Generation getroffen. Dies hat zu einem starken Wachstum geführt, das Yfood nur durch das außergewöhnlich große Engagement unser aller Kollegen und Kolleginnen bewältigen konnte.”
Yfood soll weiterhin als eigenständiges Unternehmen mit Sitz in München operieren. Nach Abschluss der Transaktion übernimmt Nestlé-Managerin Jolanda Schwirtz die Leitung des Managementteams.






