Die geplante Zusammenarbeit zwischen Mercedes-Benz und Tytan soll Fahrzeugplattformen wie die G-Klasse und den Sprinter mit Drohnen-, Sensor- und Missionssystemen kombinieren, um kritische Infrastruktur und Menschen besser vor unbemannten Bedrohungen zu schützen. Für Tytan eröffnet sich durch die Kooperation die Möglichkeit, seine Technologien gemeinsam mit einem globalen Automobilkonzern in konkrete Anwendungen und potenziell in die industrielle Skalierung zu überführen. Gleichzeitig unterstreicht die Vereinbarung die wachsende Bedeutung von Defencetech als strategisches Technologiefeld für Deutschland und Europa.
Münchner Defencetech trifft auf industrielle Skalierungskompetenz
Durch die Vereinbarung werden zwei sehr unterschiedliche Kompetenzfelder miteinander verbunden: Während Tytan Technologies auf autonome Luftverteidigung, Counter-UAS-Technologien sowie Sensor- und Missionssysteme spezialisiert ist, bringt Mercedes-Benz seine jahrzehntelange Erfahrung in Entwicklung, Produktion und Skalierung robuster Fahrzeugplattformen ein.
Die Absichtserklärung wurde auf der International Aerospace Exhibition (ILA) 2026 in Berlin unterzeichnet. Zu den Unterzeichnern gehören Michael Schiebe, Vorstandsmitglied der Mercedes-Benz Group AG, sowie Balázs Nagy, CEO und Mitgründer von Tytan Technologies. Begleitet wurde die Unterzeichnung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.
Die Kooperation verdeutlicht zugleich die zunehmende Bedeutung von Defencetech-Unternehmen innerhalb der europäischen Sicherheitsarchitektur. Gerade vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen und einer steigenden Zahl von Drohnenüberflügen über kritischer Infrastruktur gewinnt der Markt für mobile Schutz- und Abwehrsysteme an Relevanz.
Fokus auf G-Klasse und Sprinter als mobile Missionsplattformen
Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen fahrzeugbasierte Missions- und Counter-Drone-Plattformen. Mercedes-Benz und Tytan präsentierten auf der ILA bereits einen ersten Prototypen eines vernetzten Systems, der mögliche Integrationsansätze für technologiegestützte Anwendungen auf mobilen Fahrzeugplattformen demonstriert.
Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen mobile Counter-UAS- und Drohnenabwehrsysteme, die auf den Fahrzeugplattformen von Mercedes-Benz integriert werden sollen. Darüber hinaus wollen beide Unternehmen Lösungen für Sensorik, Aufklärung sowie Missions- und Führungsaufgaben entwickeln. Ziel ist es, modulare und skalierbare Systeme zu schaffen, die insbesondere zum Schutz kritischer Infrastruktur eingesetzt werden können und sich flexibel an unterschiedliche Einsatzszenarien anpassen lassen.
Als Basisfahrzeuge sind unter anderem die Mercedes-Benz G-Klasse sowie der Sprinter vorgesehen. Beide Plattformen gelten aufgrund ihrer Robustheit und Anpassungsfähigkeit als geeignet für sicherheitsrelevante Anwendungen.
Defencetech als strategischer Wachstumsmarkt
Für Mercedes-Benz stellt der Ausbau bestehender Kompetenzen im Verteidigungs- und Sicherheitssektor ein strategisches Wachstumsfeld dar. Michael Schiebe betonte, dass die Kooperation die jeweiligen Stärken beider Unternehmen bündele: Mercedes-Benz liefere robuste Fahrzeugplattformen, während Tytan hochspezialisiertes Know-how im Bereich Drohnen-, Sensor- und Missionstechnologie einbringe.
Tytan-CEO Balázs Nagy verweist auf die zunehmende Bedrohung durch unbemannte Systeme:
„Die Bedrohung ist real – jeden Tag beobachten wir Überflüge über kritische Infrastrukturen in Deutschland und Europa. Flexibilität und Interoperabilität sind keine Wunschvorstellungen mehr, sondern eine Notwendigkeit. Mit Mercedes-Benz haben wir einen Partner gefunden, der industrielle Exzellenz von Weltklasse und institutionelles Wissen mitbringt. Tytan Technologies steuert das operative Know-how und die technische Kompetenz im Bereich autonomer Luftabwehr- und Anti-UAS-Systeme bei. Gemeinsam schaffen wir eine Plattformarchitektur, die wirksam vor unbemannten Bedrohungen schützt – nicht erst 2029, sondern schon heute.“
Geplante industrielle Skalierung unter regulatorischen Vorgaben
Die unterzeichnete Absichtserklärung bildet zunächst den Rahmen für gemeinsame Projekte. Geprüft werden sollen sowohl technische Einsatzmöglichkeiten als auch spätere industrielle Skalierungsoptionen.
Dabei wollen beide Unternehmen die relevanten regulatorischen Anforderungen berücksichtigen. Dazu zählen insbesondere Exportkontrollvorschriften sowie verteidigungs- und sicherheitsrechtliche Rahmenbedingungen.






