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Deutschland nur Mittelmaß: „Redstone University Startup Index 2026“ zeigt Europas ungenutztes Startup-Potenzial

Deutschland nur Mittelmaß: „Redstone University Startup Index 2026“ zeigt Europas ungenutztes Startup-Potenzial

Kyrill Ring

Kyrill Ring

Kyrill Ring hat 15 Jahre lang als Live-Reporter fürs Fernsehen gearbeitet und ist seit Juli 2025 als Brand & Communications Manager bei Munich Startup tätig. Hier verantwortet er neben seiner Arbeit als Redakteur für die Webseite neue Formate wie den Videopodcast Pitch&People.

11. Juni 2026

3 Min. Lesezeit

445.000 zusätzliche Startups innerhalb der kommenden zehn Jahre, neun Billionen Euro potenzielle Unternehmenswerte und 13 Millionen neue Arbeitsplätze: Die Zahlen des neuen „Redstone University Startup Index 2026“ verdeutlichen, welches wirtschaftliche Potenzial in Europas Hochschulen schlummert. Gleichzeitig offenbart die Studie erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und Institutionen.

445.000 zusätzliche Startups möglich

Für den Index analysierten die AutorInnen mehr als 1.000 Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der EU, dem Europäischen Wirtschaftsraum, Großbritannien und der Schweiz. Die zentrale Frage: Wie effizient verwandeln Universitäten ihre Ressourcen in Unternehmensgründungen?

Das Ergebnis fällt deutlich aus. Würden alle Hochschulen die Effizienz der besten zehn Prozent ihrer jeweiligen Vergleichsgruppe erreichen, könnten europaweit rund 445.000 zusätzliche Startups entstehen. Daraus könnten Unternehmenswerte von rund neun Billionen Euro sowie zusätzliche Wirtschaftsleistung von fünf Billionen Euro resultieren.

Nach Ansicht der StudienautorInnen mangelt es Europa dabei nicht primär an finanziellen Ressourcen. Vielmehr gebe es erhebliche Unterschiede bei der Förderung von Unternehmertum, dem Technologietransfer und der Unterstützung von Ausgründungen.

Deutschland landet nur im Mittelfeld

Für Deutschland fällt die Analyse ernüchternd aus. Im Ländervergleich erreicht die Bundesrepublik lediglich einen Platz im Mittelfeld. Gemessen an den eingesetzten Hochschulbudgets entstehen hierzulande weniger Startups als in mehreren anderen europäischen Innovationsstandorten.

Besonders erfolgreich schneiden unter anderem die baltischen Staaten sowie Frankreich ab. Dort gelingt es Hochschulen deutlich häufiger, Forschungsergebnisse und unternehmerische Ideen in neue Unternehmen zu überführen.

Die StudienautorInnen sehen darin einen Hinweis darauf, dass erfolgreiche Startup-Ökosysteme nicht allein von Forschungsstärke oder finanzieller Ausstattung abhängen. Entscheidend seien vielmehr funktionierende Gründungsstrukturen, unternehmerische Ausbildung sowie der Zugang zu Netzwerken und Kapital.

TUM zählt zu Europas besten Gründungsuniversitäten

Eine wichtige Ausnahme bildet die Technische Universität München. Die TUM erreicht im Ranking der großen Universitäten europaweit Spitzenplätze und gehört damit zu den erfolgreichsten Gründungshochschulen des Kontinents.

Laut Studie entstanden allein 2025 insgesamt 38 Startups aus dem Kreis der Forschenden sowie weitere 235 Unternehmen von Studierenden und Alumni. Damit bleibt die Münchner Hochschule einer der wichtigsten Motoren des deutschen Startup-Ökosystems.

Warum Hochschulen für Startup-Ökosysteme immer wichtiger werden

Die Studie zeigt zudem, dass erfolgreiche Gründungsuniversitäten weit mehr leisten als Forschung. Sie schaffen Netzwerke zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Kapitalgebern, fördern unternehmerisches Denken und begleiten Gründungsteams von der ersten Idee bis zur Unternehmensgründung.

Gerade in technologieintensiven Bereichen wie Künstlicher Intelligenz, Robotik, Biotechnologie oder Raumfahrt entstehen viele der erfolgreichsten europäischen Startups inzwischen direkt aus dem Hochschulumfeld.

Für Innovationsstandorte wie München werden Universitäten damit zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Europas größtes ungenutztes Innovationspotenzial?

Besonders bemerkenswert ist ein weiteres Ergebnis der Studie: Öffentliche Forschungseinrichtungen verfügen zwar über enorme Budgets, bringen im Verhältnis dazu jedoch vergleichsweise wenige Unternehmensgründungen hervor.

Hier sehen die AutorInnen eines der größten bislang ungenutzten Innovationspotenziale Europas. Gelingt es, Forschungsergebnisse schneller in marktfähige Produkte und Unternehmen zu überführen, könnten Hochschulen und Forschungseinrichtungen künftig eine noch wichtigere Rolle für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit spielen.

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