Im Zentrum der Kooperation steht die Verknüpfung von Hensoldts Sensorik- und Softwarekompetenz mit den KI-Agenten von SE3 Labs, die Sensordaten autonom analysieren, Zusammenhänge erkennen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen ableiten können.
Schon längst ist im Verteidigungssektor der Übergang von der reinen Datenaggregation hin zu intelligenten Systemen, die Entscheidungsträger aktiv unterstützen und komplexe Lagebilder in Echtzeit interpretieren, ein zentraler Trend.
SE3 Labs entwickelt dafür KI-Modelle, die große Sprachmodelle (Large Language Models) mit moderner Computer-Vision-Technologie kombinieren. Die Systeme erzeugen aus Sensordaten interpretierbare Erkenntnisse und ermöglichen künftig auch die Interaktion mit militärischen Lagebildern über natürliche Sprache.
Integration in Hensoldts MDOcore-Plattform geplant
Die Fähigkeiten von SE3 Labs sollen künftig als Bestandteil von Hensoldts MDOcore-Plattform eingesetzt werden. Die Software dient der Verarbeitung und Analyse großer Mengen von Sensordaten im Kontext vernetzter militärischer Operationen.
Sven Heursch, Chief Digital Officer und Head of Software-Defined Defence bei Hensoldt, sieht darin einen wichtigen Entwicklungsschritt:
„Agentic AI ist der nächste konsequente Schritt für Multi-Domain Operations — weg von der reinen Datenaggregation und -visualisierung hin zu Systemen, mit denen Nutzer direkt mit militärischen Lagebildern interagieren und Operationen per Sprache steuern können.“
Nach Angaben der Unternehmen umfasst das MoU bereits konkrete Programme sowie laufende Ausschreibungen.
Münchner Deeptech-Know-how trifft auf europäischen Verteidigungskonzern
Besonders bemerkenswert ist die Zusammenarbeit vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung von KI-Technologien für Europas Verteidigungsindustrie. Während Hensoldt als etablierter Sensor- und Verteidigungstechnologiekonzern über umfassende Markt- und Systemkompetenz verfügt, bringt SE3 Labs spezialisierte Forschungsexpertise im Bereich Spatial AI ein.
Das Münchner Startup entwickelt eine Softwareplattform, die Sensordaten in Echtzeit zu einem kontinuierlich aktualisierten dreidimensionalen Modell verarbeitet. Dieses räumliche Lagebild kann über verschiedene Systeme hinweg synchronisiert werden, sodass mehrere Plattformen auf derselben Informationsgrundlage operieren.
KI-Agenten analysieren dabei fortlaufend die Umgebung und leiten eigenständig Schlussfolgerungen ab. OperatorInnen sollen Verbünde autonomer Systeme künftig über natürliche Sprache steuern können.
Verteidigungs-Startups gewinnen strategische Bedeutung
Die Partnerschaft verdeutlicht die wachsende Rolle von KI- und Deeptech-Startups im europäischen Verteidigungssektor. Insbesondere Technologien zur automatisierten Datenanalyse, Lagebildfusion und autonomen Entscheidungsunterstützung gewinnen angesichts moderner Einsatzszenarien zunehmend an Bedeutung.
Lukas Koestler, Co-Founder und CEO von SE3 Labs, erklärt dazu:
„Hensoldt und SE3 Labs vereinen komplementäre Fähigkeiten, die zusammen einen echten Mehrwert schaffen: Hensoldts erstklassige Sensorik und unsere KI-Agenten, die Sensordaten autonom auswerten, Zusammenhänge erkennen und daraus konkrete Handlungsoptionen ableiten. Auf diese Weise wird die kognitive Belastung deutlich verringert und schnellere und bessere Entscheidungen ermöglicht.“
Für Hensoldt stärkt die Zusammenarbeit die eigenen Software-Kompetenzen im Bereich Software-Defined Defence. Für SE3 Labs eröffnet die Kooperation die Möglichkeit, die eigene Technologie in groß angelegte Verteidigungsprogramme einzubringen, eine Win-Win-Situation.






