Munich Startup
Tozero sammelt 3,5 Millionen Euro für Lithium-Ionen-Batterie-Recycling

Tozero sammelt 3,5 Millionen Euro für Lithium-Ionen-Batterie-Recycling

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

8. September 2022

2 Min. Lesezeit

Von Smartphones über Drohnen bis hin zu Fahrzeugen – was heutzutage elektrisch läuft, setzt meist auf Lithium-Ionen-Batterien. Und die Elektrifizierung des Individualverkehrs steigert die Nachfrage nach den Batterien – und damit nach dem Rohstoff Lithium – weiter. Aktuell wird dieser Bedarf in Europa durch Importe gestillt, Recycling spielt bisher kaum eine Rolle.

Das Münchner Startup Tozero möchte dies ändern. Hierzu entwickelt das Unternehmen eine skalierbare Recyclinganlage für die Lithium-Ionen-Batterien. Sie soll nicht nur das Lithium, sondern auch andere wertvolle Materialien wie Nickel, Cobalt und Graphit aus den entsorgten Batterien gewinnen. Gegründet wurde Tozero im Juli 2022 von Sarah Fleischer and Ksenija Milicevic Neumann. Bei ihrer Arbeit kooperieren die beiden Gründerinnen eng mit Prof. Bernd Friedrich, der als Leiter des Institutes für Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling der RWTH Aachen als Pionier der Batterie-Recycling-Forschung gilt.

 Sarah Fleischer, Mitbegründerin und CEO von Tozero, sagt:

„Wir müssen jetzt handeln und ein skalierbares und robustes Batterierecyclingverfahren entwickeln. Bei Tozero haben wir uns verpflichtet, den Status quo des Materiallebenszyklus in Frage zu stellen, um die Dekarbonisierung zu beschleunigen. So können wir unbesorgt in das Zeitalter der Elektrifizierung eintreten, die Innovation fortsetzen und die Lebensqualität erhöhen, ohne Kompromisse einzugehen. Wir freuen uns, dass wir so renommierte Investoren und Prof. Bernd Friedrich als Berater für unsere Mission gewinnen konnten.“

„Ein Wendepunkt in der Branche“

Daniel Niemi, Principal bei Atlantic Labs, zeigt sich begeistert von dem Startup:

„Die Einführung einer neuartigen und nachhaltigen Methode für das Recycling von schwarzer Masse (als „schwarze Masse“ bezeichnet man weiterverarbeitete Batteriereste, d. Red.) aus Lithium-Ionen-Batterien ist ein Wendepunkt in der Branche und ermöglicht deutlich höhere Rückgewinnungsraten von Schlüsselmetallen als bei den derzeit verwendeten Methoden. Sarah und Ksenija sind ein fantastisches Gründerteam mit symbiotischen Fähigkeiten, tiefem Fachwissen und dem Ehrgeiz, ein nachhaltiges Unternehmen aufzubauen. Wir freuen uns sehr, mit ihnen bei dieser Mission zusammenzuarbeiten.“

Und Jochem Heizmann, ehemaliges Vorstandsmitglied von Volkswagen und Business Angel, fügt hinzu:

„Die Rückgewinnung aller Rohstoffe aus Lithium-Ionen-Batterien durch Recycling ist aus ökonomischer und ökologischer Sicht ein Muss, aber noch nicht Stand der Technik. Neben der Bedeutung dieser Aufgabe hat mich die Kompetenz des Tozero-Gründerteams überzeugt zu investieren.“

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