Munich Startup
Seal Robotics: Roboter für sichere Häfen

Seal Robotics: Roboter für sichere Häfen

Das Gründungs-Duo von Seal Robotics: Marie-Elisabeth Makohl, CEO, und Daniel Leidner, CTO

Saskia Doll

Saskia Doll

13. Februar 2026

3 Min. Lesezeit

Munich Startup: Was macht euer Startup? Welches Problem löst ihr?

Seal Robotics: Wir entwickeln robotische Systeme zur Automatisierung sicherheitskritischer und bislang überwiegend manueller Arbeitsschritte im Containerumschlag, darunter „Twistlock Handling“ an Schiffen sowie „Pin Handling“ an Zügen. Ziel ist es, Terminals angesichts von Fachkräftemangel, wachsendem Zeitdruck und hohen Sicherheitsanforderungen stabilere, planbare und schnellere Abläufe zu ermöglichen.

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Seal Robotics: Tatsächlich nicht. Bisherige Ansätze sind entweder nicht zuverlässig genug, um im dauerhaften Betrieb eingesetzt zu werden, oder nicht so modular wie unsere Lösung. Diese ist für den Einsatz im laufenden Terminalbetrieb ausgelegt und richtet sich sowohl an Seehäfen als auch an Inlandterminals für den kombinierten Bahn- und Binnenverkehr.

Vom Containerschiff zur Robotik-Gründung

Munich Startup: Was ist eure Gründungsstory?

Seal Robotics: Unsere CEO Marie-Elisabeth Makohl, die vor ein paar Jahren selbst einige Wochen auf einem Containerschiff verbracht hat, will mit Seal echte Praxisprobleme lösen. Sie hat während ihrer Erfahrungen im Europäischen Nordmeer und dem Nordatlantik aus erster Hand erlebt, dass diese Tätigkeit oft unter hohem Zeitdruck sowie schwierigen Wetterbedingungen erfolgt und körperlich enorm belastend ist.

Unser CTO Daniel Leidner hat in seinen fünfzehn Jahren in der Weltraumrobotik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gelernt, Systeme zu entwickeln, die unter schwierigen Bedingungen zuverlässig funktionieren und sicher aus der Ferne bedient werden können. Viele dieser Prinzipien lassen sich direkt auf Terminals übertragen.

Im September 2025 haben wir unser Startup dann in München gegründet.

Munich Startup: Was waren bisher eure größten Herausforderungen?

Seal Robotics: Da wir von Anfang an, einen „Data-First-Approach“ verfolgt und viele Kundeninterviews und On-Site-Visits durchgeführt haben, konnten wir sehr zielgerichtet entwickeln. Der erste Schritt in diese Richtung bestand aber natürlich darin, ein starkes Netzwerk aufzubauen, was in der sehr traditionellen Schifffahrtsbranche durchaus eine Herausforderung sein kann.

Skalierungspläne und globale Ambitionen

Munich Startup: Wo möchtet ihr in einem Jahr stehen, wo in fünf Jahren?

Seal Robotics: In den kommenden zwölf Monaten werden wir uns auf den Einsatz und die Skalierung unserer robotischen Systeme in realen Terminalumgebungen konzentrieren, das Engineering und die Operations weiter ausbauen und Partnerschaften mit Terminalbetreibern weltweit vertiefen. Wir planen laufende Pilotprojekte in Nordeuropa auszubauen und uns aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen des Marktes sowohl nach Südostasien als auch Richtung Nordamerika zu orientieren. In den nächsten fünf Jahren ist jeder Roboter zur Containersicherung in Häfen weltweit von Seal Robotics.

Munich Startup: Wie habt ihr den Startup-Standort München bisher erlebt?

Seal Robotics: Der Standort bietet uns die Nähe zur Technischen Universität München und zum Innovationsnetzwerk UnternehmerTUM sowie eine gute internationale Anbindung. Die größten Häfen dieser Welt befinden sich schließlich außerhalb von Deutschland.

Munich Startup: Schneller Exit oder langer Atem?

Seal Robotics: Im Moment gibt es darauf noch keine Antwort, das wird die Zeit mit sich bringen. Man gründet schließlich, weil man sich ein Stück weit auch auf ein großes Abenteuer einlässt.

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