Munich Startup
Women in Tech: Jessica Krauter von Buah

Women in Tech: Jessica Krauter von Buah

Saskia Doll

Saskia Doll

14. Juli 2026

4 Min. Lesezeit

Munich Startup: Was hat dich zur Gründung motiviert?

Jessica Krauter, Mitgründerin und CEO: Die Idee, Menschen im Alltag mit natürlichen, reinen Lebensmitteln zu begeistern – ganz ohne Kompromisse bei Qualität oder Genuss. Mit Buah wollten wir zeigen, dass gesunde Snacks nicht langweilig sein müssen, und gleichzeitig ein Unternehmen aufbauen, das echten gesellschaftlichen Impact hat: fünf Prozent unseres Gewinns geben wir weiter, aktuell an die Organisation Arthelps.

Munich Startup: Was hättest du gerne vor deiner ersten Gründung gewusst?

Jessica Krauter: Dass Führung kein angeborenes Talent ist, sondern etwas, das man aktiv lernen muss. Ich hätte früher verstehen wollen, wie wichtig es ist, kontinuierlich an sich selbst als Führungspersönlichkeit zu arbeiten. Dazu kommt: Bei Buah haben wir gelernt, dass es entscheidend ist, die richtigen Menschen an die richtigen Stellen zu bringen. Nur wenn Menschen in ihrem Element arbeiten, kommen sie in ihren Flow. Und genau das macht den Unterschied für ein Team und ein ganzes Unternehmen.

Munich Startup: Wie ist dein Unternehmen bislang finanziert?

Jessica Krauter: Buah hat mit Bootstrapping angefangen, hat eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne durchgeführt und mehrere Wettbewerbe gewonnen. 2015 und 2018 haben wir Investoren aufgenommen. 2019 stand Buah kurz vor der Insolvenz und wir mussten konsequent den Weg zur Profitabilität einschlagen – was uns gelungen ist. Seitdem schreibt Buah schwarze Zahlen und ist profitabel.

Langeweile als Inspirationsquelle

Munich Startup: Wann und wo bekommst du die besten Ideen?

Jessica Krauter: Meine besten Ideen für Buah kommen, wenn ich in der Natur bin – alleine, komplett raus aus dem Alltag und dem Hamsterrad. Langeweile ist für mich in meiner Position als Buah-Gründerin extrem wertvoll. Ich merke immer wieder, dass genau in diesen ruhigen Momenten die Ideen entstehen, die Buah strategisch wirklich voranbringen.

Munich Startup: Was sind deine 3 liebsten Arbeitstools?

Jessica Krauter: Ich liebe Langdock, unser KI-Tool, das mir im Arbeitsalltag enorm hilft. Dazu Asana für die Projektorganisation und Slack für die Teamkommunikation bei Buah.

Munich Startup: Dein Top-Tipp zum Thema “Pitchen”?

Jessica Krauter: Sei authentisch und du selbst. Zeige deine Leidenschaft und deine Freude an dem, was du tust. Das spürt dein Gegenüber sofort. Bei Buah war unsere echte Begeisterung für natürliche Fruchtsnacks immer unser stärkstes Argument. Kein Pitch-Deck der Welt ersetzt echte Leidenschaft.

Mit klarem Purpose und authentischem Produkt zur Lovebrand

Munich Startup: Erscheint es dir gerade als eine gute Zeit, um zu gründen? Warum?

Jessica Krauter: Ja, gerade im Food- und Nachhaltigkeitsbereich wächst das Bewusstsein der KonsumentInnen enorm. Wer heute mit einem klaren Purpose und einem authentischen Produkt startet, hat gute Chancen, eine echte Lovebrand aufzubauen. Dennoch ist es durch die aktuelle Wirtschaftskrise schwer, an Kapital zu kommen. Das sollte man als GründerIn realistisch einplanen.

Munich Startup: Auf welche Technologie oder Branche würdest du bei deiner nächsten Gründung setzen?

Jessica Krauter: Ich würde wieder in die Food-Branche gehe. Du hast ein Produkt zum Anfassen, das liebe ich so sehr. Du siehst direkt die Menschen, die dein Produkt konsumieren, und du merkst ganz konkret, wie du etwas Gutes tust und die Welt ein kleines Stück veränderst. Diese Greifbarkeit, die ich auch bei Buah jeden Tag erlebe, ist für mich unschlagbar.

Munich Startup: Was könnte aus deiner Sicht am Gründungsstandort München noch verbessert werden?

Jessica Krauter: Als Buah-Gründerin würde es sehr helfen, wenn der Hebesatz gesenkt würde. Das würde GründerInnen in der Region spürbar mehr finanziellen Spielraum geben, gerade in der frühen Phase.

Munich Startup: Welche Gründerin oder welchen Gründer würdest du gerne einmal persönlich treffen? Und was würdest du sie oder ihn fragen?

Jessica Krauter: Ich würde sehr gerne Verena Pausder treffen. Ich finde es beeindruckend, wie stark sie als Persönlichkeit ist und wie aktiv sie die Gründerszene mitgestaltet und verändert, ähnlich wie wir mit Buah versuchen, die Snackbranche neu zu denken. Ich würde sie fragen, wie ihr Alltag konkret aussieht – ihre Wochensprints, ihre Routinen und wie sie es schafft, all das unter einen Hut zu bringen.

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